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Mit Bus und Bahn

Wie erreichbar sind Brandenburgs Nationale Naturlandschaftenß

Wer in Brandenburg Natur erleben will, muss nicht lange suchen – 15 Nationalen Naturlandschaften warten mit reichhaltigen Angeboten. Allein unterwegs oder unter fachkundiger Anleitung sind vielfältige Erlebnisse garantiert. An Möglichkeiten mangelt es also nicht. Doch wie hinkommen, wenn das Auto zuhause bleiben soll? Darüber sprachen wir mit Menschen, die jeden Tag vor Ort sind – den Mitarbeitern der Naturwacht Brandenburg.

Aus den Gesprächen ergab sich ein differenziertes Bild der Erreichbarkeit. Mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln wie Bus und Bahn lassen sich von Berlin aus grundsätzlich die in den Nationalen Naturlandschaften gelegenen Städte, beispielsweise Trebbin im Naturpark Nuthe-Nieplitz, relativ problemlos erreichen. Auch einige Besucherzentren, wie etwa jenes in Criewen im Nationalpark Unteres Odertal oder Burg Lenzen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe sind gut angebunden, das Storchendorf Rühstädt mit dem NABU-Besucherzentrum verfügt jedoch nur über einen Rufbus, manchmal kommt ein Shuttle-Dienst hinzu.
Wesentlich schwieriger wird es aber, wenn die Tour nicht direkt am Bahnhof oder der Bushaltestelle beginnen soll. Dann ist es gut, ein Fahrrad dabei zu haben. Zu besonderen Anlässen, wie den Kranichwochen oder Singschwantagen im National Park Unteres Odertal, bieten ÖPNV-Betreiber auch Bus-Sonderfahrten an. Sie sind häufig ein Ergebnis langjähriger Kooperationen, wie sie beispielsweise auch im Naturpark Hoher Fläming bestehen. Gemeinsam wurde 2013 dort eine spezielle Buslinie eingerichtet. „Die Burgenlinie fährt als Saisonlinie von Ostern bis Mitte Dezember durch den südlichen Naturpark, unter anderem nach Raben zum Naturparkzentrum. Zusätzlich fahren seit 2015 vier PlusBus-Linien durch den Hohen Fläming. Sie verbinden die Städte Bad Belzig, Brandenburg, Lehnin, Werder, Potsdam und Treuenbrietzen. Mit den PlusBus-Linien sollen die Vorteile des Bahnverkehrs weiter in die Fläche getragen werden. Sie verkehren von Montag bis Freitag im Stundentakt, von früh bis spät, mit angenehmen Umstiegszeiten zum Zug. Zusätzlich fährt der PlusBus auch am Wochenende zuverlässig durch die Region. Ein weiterer Bus fährt Montag bis Freitag regelmäßig nach Görzke und Ziesar. Dieser hat jedoch keine passenden Umstiegszeiten zur Bahn“, erklärt Naturpark-Mitarbeiterin Juliane Wittig. An der Entwicklung der Burgenlinie hatte damals eine Mitarbeiterin des Naturparkvereins Hoher Fläming e.V. mitgearbeitet, sie unterstützt auch heute noch dessen Öffentlichkeitsarbeit. Der Naturparkverein betreibt mit www.burgenlinie.de ein eigenes Internetportal.
Natürlich ist auch im Hohen Fläming noch nicht alles perfekt. „Es gibt weiterhin Dörfer im Naturpark, die nur schwer öffentlich erreichbar sind – maximal mit Schulbussen – die aber durchaus touristisch interessant sind. Eine Anbindung der Burg Ziesar an den Wochenenden wäre noch wünschenswert“, so Wittig. Den Erfolg der Burgenlinie spürt sie jeden Tag im Naturparkzentrum. „Die Besucherzahlen im Naturparkzentrum haben sich seit der Einführung der Burgenlinie erhöht, auch wenn es schwierig ist, den Effekt allein auf die Schaffung der Buslinie zurückzuführen.“ Geholfen habe beispielsweise auch die Einführung des „VBB-Rentnertickets“ oder die jährlich stattfindende Aktion "48 Stunden Fläming". Es sind halt meistens mehrere Faktoren, die in ihrer Summe zum Erfolg führen.


Christof Ehrentraut

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