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Mit Sack und Pack

Das Fahrrad als Transportmittel

Die Nutzung eines Autos wird nicht selten mit Gepäcktransport begründet. Dass dies oftmals nicht erforderlich wäre, beweisen die auf den Straßen immer zahlreicher anzutreffenden Lastenfahrräder.

Wer auf ein Auto verzichten und dennoch Kinder oder voluminöses Gepäck transportieren möchte, kann heute auf ein immer größer werdendes Angebot spezieller Lastenfahrräder und Fahrradanhänger zurückgreifen. Die Idee zum Lastenfahrrad ist inzwischen über 30 alt und geht auf den 1984 vom Dänen Lars Engstrøm gebauten Prototyp zurück. Das Unikat war damals ein Geschenk an seine Frau, gemeinsam lebten sie in der autonomen Kommune Christiania in Kopenhagen. Das Rad bewährte sich offenbar, denn schon bald produzierte Engstrøm es in größerer Zahl.
Lastenfahrräder lassen sich in zwei große Gruppen aufteilen: solche mit zwei und solche mit drei Rädern. Erstere sind meistens etwas leichter, lassen sich dynamischer fahren und sind vor allem schmaler. Im Großstadtverkehr kann das wichtig sein. Das Gepäck wird bei diesen Rädern in einer schwerpunktgünstig tief zwischen Fahrer und Vorderrad positionierten Kiste oder auf einer Art Plattform befördert. Die Rahmen zweirädriger Lastenfahrräder sind daher oft sehr lang. Dreirädrige Lastenfahrräder sind im Vergleich kürzer und haben in der Regel vorne zwei und hinten ein Rad. Das Gepäck befindet sich bei ihnen zwischen den Vorderrädern. Ein Vorteil dieser Bauform ist die kippsichere Beladung im Stand. Wenn es um die Beförderung von Kindern geht, ein wichtiger Punkt. Anders verhält es sich allerdings in Fahrt, da können die Dreiräder in zu schnell gefahrenen Kurven auch kippen.
Nicht zu unterschätzen ist das Gewicht sämtlicher Lastenräder. Zu merken sind diese ca. 30 bis 40 Kilogramm vor allem, wenn es beim Fahren bergauf und beim Wegstellen des Rades in den Keller gehen soll. Ersteres lässt sich bei modernen Varianten mit einem zusätzlichen Elektroantrieb „beheben“, ein Kellerstellplatz ist für diese Fahrradgattung jedoch nicht ideal.
Verglichen mit Trecking- oder Citybikes erscheinen Lastenfahrräder auf den ersten Blick vergleichsweise teuer, die Preise beginnen erst bei etwa 1.500 Euro, mit Elektromotor ausgerüstete Modelle kosten leicht das Doppelte. Im Vergleich zu „normalen“ Fahrrädern müssen Lastenfahrräder jedoch deutlich höheren Belastungen standhalten und werden zudem in kleineren Stückzahlen produziert.

Christof Ehrentraut

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