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Seeadler und Sperlingskauz

Winterexkursionen zu Greifen und Eulen

Wer Greifvögel und Eulen im Winter beobachten möchte, wird in den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs sicher Erfolg haben. Am besten in Begleitung zertifizierter Natur- und Landschaftsführer, Rangern und natürlich Ornithologen des NABU und weiterer Naturschutzorganisationen.

Um den „Grauen Tod“ zu erspähen, der stets unvermittelt aus der Deckung auftaucht und häufig mit einem Federball in den Fängen zurück in die Deckung fliegt, genügt häufig ein Futterhäuschen. Sperber und Habichte registrieren Ansammlungen kleinerer Singvögel sofort und binden Futterplätze verlässlich in ihre Patrouillenflüge ein.
Seeadler, in Brandenburg ziehen mehr als 160 Tiere ihre Kreise, sind weit seltener. Doch wenn sich 240 Zentimeter Spannweite am Himmel abzeichnen, dann entgeht niemandem dieser imposante Vogel. Beste Beobachtungsmöglichkeiten bieten Winter, wenn die Adler auf der Suche nach geschwächten Gänsen über die äsenden Scharen ziehen. Tausende rastender Gänse, die lauthals auffliegen, kündigen Seeadler unüberhörbar an. Ebenso auffällig klingen ihre meist an windig-sonnigen Wintertagen zu vernehmenden heiseren, auf Balzflügen tönenden hohen Rufreihen. Sie erinnern ein wenig an die Flugrufe des Schwarzspechtes.
Klar, an Straßen sitzende Mäusebussarde, auf Stangen oder Bäumen, gehören zum Winteralltag. Diese Tiere lassen sich bei gemächlicher Vorbeifahrt sogar aus der Nähe betrachten. Aber keinesfalls anhalten, dann sind sie in der Luft und verschwenden Lebensenergie. Aufmerksame Betrachter finden viele helle Exemplare unter den Bussarden. Dies scheint ein Hinweis auf Wintergäste aus dem Norden und Osten Europas zu sein.
Ein rar gewordener Wintergast ist die Kornweihe. Sie lässt sich regelmäßig beispielsweise im Nationalpark Unteres Odertal blicken. Die männlichen Tiere sind unverkennbar: Weiße Unterseite, hell-blaugrau Kopf und Brust, schwarze Flügelspitzen, leuchtend gelbe Beine und Augen. Und dann natürlich der typische Jagdflug der Weihen, wenige Meter über dem Boden, gaukelnd, abrupte Richtungswechsel.
Nicht zu vergessen Nachtjäger, Eulen. Die erste Stelle gehört dem Uhu, der wieder in einigen Gebieten Brandenburgs heimisch ist. Den ganzen Winter über klingen seine namengebenden Revierrufe schaurig schön durch den Abendwald.
Sie war in vielen Gebieten nach den schneereichen Wintern 2010/11 und 2011/12 verschwunden, verhungert. Jetzt kommt die Schleiereule zurück. Sie nistet häufig in Kirchtürmen, Scheunen, Transformatorenhäuschen oder alten Gemäuern. Hinweise auf Ihre Anwesenheit bieten mäuseknochenreiche Gewölle unter den Fluglöchern. Wer so wunderschön gezeichnet ist, wie Schleiereulen, findet auch mit krächzendem Gänsehautgesang den passenden Partner.
Den Ruf des Waldkauzes, die häufigste hiesige Eule, kennt wohl jeder. Ungleich seltener sind Raufuß- und Sperlingskauz. Diese beiden Eulen sind etwa im Naturpark Niederlausitzer Landrücken zu erleben. Mehr soll zu den Gebieten aber nicht verraten werden, da die Greife und Eulen im Winter besonders störungsanfällig sind und jede Kalorie für sich benötigen.
Sie sind herzlich eingeladen, sich an die Nationalen Naturlandschaften des Landes zu wenden und anzufragen, wann Führungen von Fachleuten zum Thema stattfinden. Am besten planen Sie gleich jetzt ihre Winterbegegnungen mit diesen faszinierenden Vögeln an der Seite erfahrener Ornithologen.
Roland Schulz

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