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Ausgabe 4/2016

Anfassen und fühlen

Erstes Säugetier-Camp für Kinder in Brandenburg

Zwanzig Kinder trafen sich vom 1. bis 4. August beim ersten Kinder-Säugetier-Camp Brandenburgs. Die 6- bis 12-jährigen Naturfreunde kamen hierzu mit ihren Fahrrädern in die Herberge "Haus Hoher Golm" in Ließen bei Baruth. Das tolle Außengelände und die gemütliche Unterkunft waren für sie der geeignete Veranstaltungsort für verschiedene Workshops und der Ausgangspunkt spannender Exkursionen.

Es fiel den Fachleuten des NABU Landesfachausschusses (LFA) Säugetierkunde nicht schwer, die Kinder für ihr Spezialgebiet zu begeistern. Den Einstieg machte Dietrich Dolch mit einer Einführung in die Welt der Kleinsäuger: Anhand zahlreicher Bälge (ausgestopfte Tierhäute mit Haaren) konnten die Kinder sehend und fühlend das Bestimmen verschiedener Arten üben – von der Feldmaus über das Hermelin bis hin zum Eichhörnchen. Beatrix Wuntke zeigte ihnen dann ganz praktisch, was Eulen-Gewölle für Geheimnisse in sich tragen. Eifrig nahmen die kleinen Schatzsucher die Hinterlassenschaften der nachtaktiven Beutegreifer auseinander, um mit Pinsel und Pinzette Knochenteile verschiedener Mäusearten zu säubern und für die weitere Bestimmung zu sortieren.
Von den bodengebundenen Arten richtete sich der Blick der jungen Forscher dann hoch in die Lüfte zu unseren einzigen aktiv fliegenden Säugetieren: den Fledermäusen. Mit Uwe Hoffmeister und Milan Podany standen den Kinder zwei Experten zur Seite, die es ihnen ermöglichten, die Tiere bei Netzfängen und einer Kastenkontrolle hautnah zu erleben. Die Begeisterung war groß, vor allem, als sie das weiche Fell und die glatten Flughäuten der possierlichen Kleinsäuger berühren durften. Ein Highlight war dabei das Fliegenlassen der Tiere aus den Händen der Kinder und das Festhalten des Erlebnisses in Form eines Zeitlupenfilms.
Etwas abenteuerlich ging es dann noch bei der Besichtigung eines als Fledermaus-Winterquartier ausgebauten Bunkers zu. Zunächst galt es, den richtigen Eingang zu finden, und alle waren begeistert bei der Suche dabei. Schließlich wurde der sehr flache Eingang entdeckt. Der etwas mühselige Einstieg wurde dann aber von zwei über den Köpfen der Kinder kreisenden Braunen Langohren belohnt.
Am nächsten Tag ging es zusammen mit Kay-Uwe Hartleb, einem der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer Brandenburgs, auf die Suche nach den Spuren großer Säuger. Im Gebiet des angrenzenden ehemaligen Truppenübungsplatzes Heidehof wurden sie dann auch fündig: eine erst wenige Tage alte Wolfsspur! Fasziniert wurden Größenvergleiche mit den Händen angestellt. Doch Angst hatten die aufgeklärten Kinder nicht und lernten nebenbei noch einiges über die Lebensweise des scheuen Wolfes hinzu.
Den Landschaftsgärtner unter den Säugetieren brachte ihnen Karsten Voigt von der Naturwacht näher: den Biber. Voller Faszination streichelten die Kinder das weiche Fell eines mitgebrachten Präparats. Auch die Schwimmhäute zwischen den Zehen und die rötlichen "eisenbewährten" Zähne sorgten für Staunen. Rund um den Körbaer Teich suchten die Kinder aufmerksam nach den Spuren des dort ansässigen Nagers: nach Verbissstellen oder gefällten Bäumen. Dabei stellten sie fest, dass es doch recht leicht ist etwas zu finden, wenn man erstmal weiß, worauf zu achten ist.
Stets freuten sich die Kinder über die themen- und gruppenbezogenen Spiele, wie etwa "Fledermaus-und-Motte" oder "Storch-Mücke-Frosch", mit denen das Programm aufgelockert, Inhalte spielerisch vermittelt und dem Bewegungs- und Erlebnisdrang der Kinder entsprochen wurde. Die Gruppe wuchs innerhalb der wenigen Tage sehr schön zusammen und die "Großen" kümmerten sich fürsorglich um die ganz "Kleinen". 
Das Camp war somit ein voller Erfolg und wird bei den Kindern sicherlich bleibenden Eindruck hinterlassen. Künftig soll es darum alljährlich für interessierte Kinder aus Berlin und Brandenburg angeboten werden. Ausgerichtet wird es vom LFA Säugetierkunde Brandenburg-Berlin des NABU (www.lfa-säugetiere.de). Weitere Infos erhalten Interessierte per E-Mail unter tost.sarah@googlemail.com.

 

Sarah Tost

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