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Ausgabe 4/2016

Junge Bäume für einen alten Wald

Spendenprojekt ermöglicht Pflanzungen im Hubertusstock

Alt, knorrig und manchmal krumm stehen sie da: Die imposanten Hute-Eichen mit ihren mächtigen Kronen. Sie sind Zeugnis einer längst vergangenen Nutzung als Waldweide für Schweine, Rinder und Schafe. Einige Kiefern, fast 300 Jahre alt, wachsen zwischen den Laubbäumen. Alte Bäume stürzen um, machen Platz für junge, bleiben liegen, mit Moos und Pilzen bewachsen. Es kriecht und krabbelt, es schleicht und raschelt, summt und singt in diesem naturnahen Laubwald. Nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt, ist der Hubertusstock Teil eines ausgedehnten Waldgebietes in der Schorfheide. Nahe des Werbellinsees finden dort viele geschützte Vogel- und Pflanzenarten einen Lebensraum und ebenso unzählige Insekten.

Das Waldgebiet Hubertusstock diente seit dem 19. Jahrhundert bis in DDR-Zeiten als Jagdgebiet für die Staatsjagd. Heute ist es vorwiegend ein Ziel für Erholungssuchende. Inmitten des Gebietes steht das zwischen 1847 und 1849 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erbaute Jagdschloss Hubertusstock.
Bis ins 18. und 19. Jahrhundert wurde der Wald als Hutewald genutzt, Nutztiere weideten im Schatten der großen Bäume. Zahlreiche knorrige Alteichen, die Hute-Eichen, zeugen von der damaligen Nutzungsform. Als eine echte Rarität wachsen einige uralte Kiefern zwischen den Laubbäumen. 2012 bekam die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg das 250 Hektar große Gebiet als Nationales Naturerbe vom Bund unentgeltlich übertragen. Auf Wanderwegen können Anwohner und Besucher diese einmalige Waldlandschaft erkunden.
evtl. noch eins der Fotos Hubertusstock, auf jeden Fall aber irgendwo die Karte

Erbe verpflichtet

Wer Natur von nationaler Bedeutung erbt, muss pfleglich mit ihr umgehen. Forstwirtschaftliche Monokulturen sind für diese frisch gebackenen Waldbesitzer tabu, vielfältige naturnahe Mischwälder ihr Ziel. So auch für die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg mit dem Hubertusstock, denn auch dieser Wald erfüllt – bei all seiner Schönheit – nicht in all seinen Bereichen die Anforderungen an einen naturnahen Wald. Waldumbau ist jedoch eine kostspielige Angelegenheit und erfordert bisweilen kreative Lösungen. Für den Hubertusstock wurde eine gemeinsam mit der Berliner Bio-Supermarktkette BIO COMPANY gefunden: Seit rund zwei Jahren entsteht dort der "Mit MachWald". Gegen Spende von einem Euro können sich die Kunden der BIO COMPANY seitdem in einem Stickerheft die Umwandlung von jeweils einem Quadratmeter Wald bestätigen lassen. Nach zehn Stickern gibt es für sie zusätzlich eine Überraschung. Bis heute wurden auf einer Fläche von über einem Hektar rund 3.600 Traubeneichen – gut ein Viertel mit Hilfe der Spendenaktion – gepflanzt und standortfremde Bäume, vor allem Douglasien, entfernt.
Das tolle an der Aktion sei, meinte Bio Company-Geschäftsführer Georg Kaiser anlässlich eines Aktionstages im Hubertusstock Mitte September, dass sich die Spender ihre Bäume bei einem Ausflug vor Ort ansehen und sie in ihrer Entwicklung begleiten könnten. Damit sie diese auch finden, weist seit kurzem ein Schild am Zaun des gegen Wildverbiss geschützten Geländes auf den Mitmach-Wald hin. Vielleicht werden die Projektpartner es aber schon bald wieder umhängen müssen, denn eine Erweiterung der Fläche mit weiteren Pflanzungen ist bereits geplant. Mitmachen lohnt sich also! 
 

nm

 

Führungen im Hubertusstock


Wer den Hubertusstock nicht nur auf eigene Faust erwandern möchte, dem sei eine Führung mit der Naturwacht Brandenburg empfohlen. Die ortskundigen Ranger vermitteln auf ihren Touren eine Menge interessanter Hintergrundinformationen sowohl über die vorkommenden Tier- und Pflanzenarten als auch über die historische Entwicklung des Gebietes. Über das aktuelle Angebot an Führungen informiert die Naturwacht Groß Schönebeck in der Bahnhofstraße 2 in 16244 Schorfheide oder telefonisch unter 033393 63819 und der E-Mail wildfang@naturwacht.de.
 

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