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Ausgabe 2/2017

Einstiegsdroge Freiwilligendienst

FÖJ und BFD stehen am Anfang so mancher Naturschutz-Karriere

Was tun, wenn die Schule endlich beendet ist aber noch keine Lehrstelle oder ein Studienplatz in Sicht sind? Was tun, wenn man noch gar nicht so richtig weiß, in welche Richtung der berufliche Werdegang gehen soll? Was tun, wenn man in der Mitte des Lebens noch einmal etwas ganz anderes machen möchte? Und was tun, wenn man im Rentenalter noch nicht zum alten Eisen gehören und sich stattdessen gern noch gesellschaftlich einbringen möchte? Dann wäre ein Freiwilligendienst genau das Richtige. Sollen Natur und Umwelt im Mittelpunkt stehen, so eignen sich die Formate des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) oder des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes (ÖBFD).

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), seit 1992 in Brandenburg und Berlin angeboten, bietet jungen Leuten zwischen 16 und 26 Jahren eine attraktive und sinnvolle Möglichkeit, ihr Interesse für Natur und Umwelt in persönliches Handeln umzusetzen. Darüber hinaus kann ihnen das FÖJ eine Hilfestellung bei der Wahl eines passenden Ausbildungsweges oder Studienganges im Umwelt- und Naturschutzbereich sein.
Innerhalb eines Jahres sammeln die Teilnehmer in unterschiedlichsten Einrichtungen – vom Naturschutzzentrum bis zum Öko-Landbau-Betrieb ist alles vertreten – erste berufliche Erfahrungen und können kräftig mitarbeiten. Sie lernen verschiedene Arbeitsbereiche kennen und übernehmen selbstständig Aufgaben und Projekte. Später dienen sie ihnen als Referenz der jeweiligen Einrichtung im Sinne einer ökologischen und nachhaltigen Produktions-, Wirtschafts- und Lebensweise. Für die meisten der Teilnehmer ist es das erste Mal, dass sie langfristig in einem Arbeitsprozess mitwirken. Sie erleben, täglich für eine Aufgabe Verantwortung zu tragen, Entscheidungen zu treffen und für diese einzustehen. Dies ist wichtig für einen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf möglichst alle Teilnehmer neue Erfahrungen gesammelt haben sollten.

Freiwillige statt Zivis

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht und somit auch des Zivildienstes im Jahr 2011 wurde der Bundesfreiwilligendienst ins Leben gerufen. Im Gegensatz zum FÖJ bietet der Ökologische Bundesfreiwilligendienst Menschen jeden Alters ab Vollendung der Schulpflicht die Möglichkeit, sich für Natur und Umwelt zu engagieren, fachliche und berufliche Erfahrungen zu sammeln oder neue Berufsperspektiven auszuloten. Die Freiwilligen sind beispielsweise in Brandenburgs Großschutzgebieten im Einsatz oder lernen Stiftungen und Vereine kennen, die sich für den Umwelt- und Naturschutz in Berlin und Brandenburg engagieren.
In den Einsatzstellen erwarten die Teilnehmer vielseitige Tätigkeiten. Sie können sich dort mit ihren Interessen, Fähigkeiten und Kenntnissen einbringen, ihr Wissen über Natur- und Ressourcenschutz erweitern oder ihre Erfahrungen in Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Sie unterstützen die Einsatzstellen, beobachten und kartieren Tierarten, helfen, Wälder oder Moore zu erhalten. Sie planen und betreuen Ausstellungen oder wirken an Naturschutz- und sozial-ökologischen Projekten mit.

Pädagogisch angeleitet

FÖJ und ÖBFD gemein ist die pädagogische Begleitung ihrer Teilnehmer während ihrer gesamten Dienstzeit in Form von Wochen- und Tagesseminaren oder bei gemeinsamen Aktionstagen. „Ökis“ und „Bufdis“ können sich dabei kennenlernen, sich austauschen und so ihre sozial-ökologischen Kompetenzen erweitern. Für die Dauer des Freiwilligendienstes erhalten die Teilnehmer ein monatliches Taschengeld und sind über ihre Träger vollständig sozialversichert.
Wer nun überlegt, selbst an einem FÖJ oder ÖBFD teilzunehmen, sollte sich zunächst an einen der Brandenburger oder Berliner Träger wenden. Denn dort laufen alle Informationen zusammen und man erfährt, wo es sich zu bewerben lohnt:

Förderverein Märkischer Wald e.V. (www.maerkischerwald.de)
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (www.ijgd.de) 
Landesjugendring Brandenburg Trägerwerk e.V. (www.ljr-brandenburg.de).
Stiftung Naturschutz Berlin (www.stiftung-naturschutz.de)
Verein Junger Freiwilliger (www.vjf.de)
Jugendwerk Aufbau Ost (www.foej-jao.de)

 

Weitere Informationen bieten unter anderem die Seiten des Fördervereins Ökologische Freiwilligendienste e.V. (www.oeko-bundesfreiwilligendienst.de), des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (www.bafza.de) und des Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (www.mlul.brandenburg.de).

Thomas Popp
ÖBFD-Referent im Förderverein Märkischer Wald e.V.

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