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Ausgabe 2/2017

Der Gestalter

Andreas Meißner (53)

Die Begeisterung für Natur und insbesondere für verschiedene Tiergruppen von Käfern bis zu den Greifvögeln prägt Andreas Meißner. Seine beruflichen Stationen mit ihren ganz unterschiedlichen Möglichkeiten empfindet er als besonderen Glücksfall. Nach dem Abi begann er ein Lehramt-Studium, sein Studienabschluss hieß Studienrat für Biologie und Geschichte. Er war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biologie der TU-Berlin und leitete ab 1992 ein ökologisches Forschungsprojekt in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, welches die Grundlage für seine Dissertation (1998) über die Lebensraumansprüche von Käfern in Mooren bildete. Danach war er als selbständiger Gutachter für Entomologie, als Dozent für Historiker und als Reiseleiter für Gruppenreisen in Griechenland, Zypern, Ägypten und Norwegen tätig.

15 Jahre lang, von 2000 bis 2015, war Andreas Meißner Geschäftsführer des Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V. Das im Grunewald gelegene ehemalige Wasserwerk wurde seit 1982 auf Initiative von zwölf Berliner Naturschutzvereinen und von Einzelpersonen zum Zentrum für außerschulische Umwelterziehung, Landschaftspflege und Naturschutz umgebaut und eingerichtet. Das Ökowerk wurde zum Vorreiter für ähnliche Initiativen in anderen Berliner Bezirken, etwa dem Freilandlabor Britz oder der Naturschutzstation Malchow.
Seit 2015 ist Andreas Meißner hauptamtlicher Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Die privatrechtliche Stiftung wurde 2000 gegründet und ist einer der größten Flächenbesitzer für den Naturschutz in Deutschland. Sie besitzt gegenwärtig 12.800 Hektar, weitere 850 Hektar sollen demnächst zugekauft werden. Das besondere Stiftungsmodell vereint das Land Brandenburg mit einer Reihe von Verbänden und Initiativen als Stiftungspartner. Im neunköpfigen Stiftungsrat, dem Exekutivorgan der Stiftung, verfügt Brandenburg über drei Stimmen. Weitere Stiftungspartner mit Sitz und Stimme sind der NABU, WWF, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, sowie die Gregor Louisoder Umweltstiftung.
In ihrer Öffentlichkeitsarbeit nennt sich die Stiftung gern „Die Wildnisstiftung“. Das beschreibt sehr genau ihre Ziele. „Die Stiftung will auf Ihren Flächen keine dauerhaften Maßnahmen zum Biotop- und Artenschutz durchführen“, erklärt Andreas Meißner, „sie zielt auf Prozessschutz und will Wildnis auf mehr Flächen ermöglichen. So ist zum Beispiel der ökologische Waldumbau abgeschlossen, eine forstwirtschaftliche Nutzung besteht nicht mehr. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Vernetzung der Wildnisgebiete in Südbrandenburg.“
Seine aktuelle Tätigkeit für den Flächennaturschutz erfordert vor allem Kommunikationsgeschick: „Nur zusammen mit Partnern, Mitstreitern und motivierten Mitarbeitern sind die vielen Aufgaben von der Flächensicherung und -verwaltung, der Einwerbung, Umsetzung und Abrechnung von Förderprojekten, der Öffentlichkeitsarbeit, der Finanzkontrolle und der Sponsorensuche zu leisten.“
Aktuell steht die Umsetzung eines neuen Verkehrssicherungskonzeptes auf den vormalig militärisch genutzten Stiftungsflächen mit Restmunition an. Andreas Meißner nennt sein persönliches Ziel: „Das Monitoring-und Forschungsprogramm der Stiftung neu aufstellen und ausbauen, um damit weitere Impulse für einen dynamischen Naturschutz auf den Prozessschutzflächen zu geben.“

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