Hintergrundelement

Die Pädagogin

(M)ein Arbeitstag als Umweltbildnerin

Der Arbeitsplatz ist ein Traum: Das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V., ein anerkannter Naturschutzverband, befindet sich mitten im Grunewald auf dem Gelände eines denkmalgeschützten ehemaligen Wasserwerkes. Mit seinen gut 600 Veranstaltungen lockt der Verein jährlich ca. 70.000 Gäste aus allen Bereichen der Bevölkerung an den Teufelssee. „Die Studienergebnisse geben vielfältige Impulse für die Gestaltung von Naturschutzkommunikation und -politik“, erklärte das BfN zur Vorstellung der Studie, die unter dem Link www.bfn.de/25161.html zum Download zur Verfügung steht. Über die Ergebnisse der Umfrage sprachen wir mit dem Soziologen Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der an der Studie mitgewirkt hat.

Das reichhaltige Umweltbildungsprogramm des Ökowerks ist auch bei Lehrern äußerst beliebt. Für ihre Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen können sie hier aus einem Angebot von Veranstaltungen zu verschiedenen Themenbereichen wählen oder selber an einem Team- oder Fortbildungstag teilnehmen. Während der Schulferien können Schulkinder auch ohne Lehrer oder Eltern die Angebote des Ökowerks nutzen: Bis zu 30 von ihnen tummeln sich dann gleichzeitig auf unserem Gelände und werden in kleinen Gruppen zu unterschiedlichen Themen angeleitet. Mit der Unterstützung junger Menschen aus dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) sorge ich dafür, dass Natur für sie erlebbar wird. Die naturnah gestaltete Garten- und Teichlandschaft des Ökowerks bietet hierfür ideale Voraussetzungen. So manches Kind hat dabei schon seinen ersten Frosch beobachtet, Erwachsene erfreuen sich hingegen an der Idylle im Grünen oder der Industriekultur.

Vielfalt ist Trumpf

Je nach Jahreszeit führe ich die Gruppen zu Aktionen, die im direkten Zusammenhang mit dem Naturschutz stehen. Dazu gehört die morgendliche Kontrolle des Amphibienschutzzauns an der Havel genauso wie das Entkusseln der Sandkuhle in unserer Nachbarschaft oder das Einsammeln von Müll am Havelufer. Die Vielzahl der Veranstaltungen kann aber nur durch viele Experten aufrecht erhalten werden, mit denen wir im Dialog stehen. Dazu kommen Wünsche unserer Gäste nach bestimmten Inhalten, Formaten und Methoden. Sie werden geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt. Meine Arbeit könnte kaum abwechslungsreicher sein.
Eine Umweltbildnerin steht nicht alleine da: Netzwerke funktionieren am besten mit aktiver Teilnahme. Aber auch großangelegte Aktionen wie beispielsweise das Ökowerk-Fest wollen geplant werden. Dann sind da noch ein Helfertreffen vorzubereiten, ein Vortrag für eine Tagung zu schreiben und viele andere, mitunter unerwartete Aufgaben. Alle Aktionen werden im Team und wenn nötig mit unserem Vorstand oder externen Partnern, etwa der Forstverwaltung oder der Senatsverwaltung abgestimmt. Aber auch leidige Arbeiten fallen an. Materialien wollen gepflegt und bei Bedarf repariert werden.
Neben der aktiven Arbeit mit Gruppen beanspruchen das Erklären, Planen und Organisieren große Teile meiner Arbeitszeit. Aber auch unsere Lehr- und Lernkonzepte bleiben nicht stehen. Wir wollen sie den Wünschen und Bedürfnissen unserer Gäste anpassen, ohne unser Naturkapital aus den Augen zu verlieren – unsere Angebote ändern sich daher beständig.
Dabei ist mir ein weiterer Bereich sehr wichtig: die Anleitung und Einbindung unserer jungen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im FÖJ sowie die Betreuung junger Menschen im Praktikum. Sie kommen aus aller Welt aus Schulen und Hochschulen und bringen verschiedene Voraussetzungen mit. Eines aber haben alle gemeinsam: ihre Begeisterung für die Arbeit mit und in der Natur. Eine gute Voraussetzung, Wissen zu mehren und Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur zu schaffen.
Mir macht das alles großen Spaß und ich freue mich, auch in diesem Jahr wieder auf viele neue und neugierige Gesichter.

Karin Drong
Die promovierte Biologin leitet die Organisation und inhaltliche Gestaltung der Umweltbildung im Ökowerk Berlin e.V.

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