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Ausgabe 2/2017

Anpacken statt zuschauen

Am Ortsrand von Lindenau entstand in Eigeninitiative ein Blühstreifen für Schmetterlinge

Als ich Anfang 2016 über die NABU-Mitmachaktion "Bunte Meter für Deutschland" las, entschied ich mich spontan, mitzuwirken. Dem Artensterben wollte ich nicht weiter traurig zuschauen.

Auf der Suche nach Mitstreitern stellte ich für Freunde, Bürgermeister und Agrargenossenschaftsleitung zunächst Informationsmaterial zusammen und besorgte Sämereien. Einige Freunde mit Gärten konnte ich zum Mitmachen begeistern. Anders verhielt es sich mit der ansässigen Agrargenossenschaft. Man müsse jeden Quadratmeter ausnutzen, um zu überleben – durch den großflächigen Anbau von Mais und Raps. Wildpflanzen sucht man auf diesen mit Herbiziden und Pestiziden behandelten Flächen vergeblich!
Zum Glück konnte ich aber eine private Landwirtin gewinnen, die eine für sie unbrauchbare Fläche – zwischen einem Meliorationsgraben und einer ehemaligen Panzerstraße gelegen – zur Verfügung stellte. Die etwa 300 Meter lange und rund 2,5 Meter breite, von Schottersteinen durchsetzte Fläche lag seit Jahren brach und war unter anderem von Schilfgräsern, Seggen, Melde, Disteln, Brennnesseln, Rainfarn, Nachtkerzen, Fuchsschwanzgräsern bewachsen. Mit Hilfe des Gewässerverbandes bereiteten wir die Fläche durch Fräsen, Eggen und Grubbern für das Ausbringen der Samen vor. Nach einem kräftigen Regen wurden die Sämereien breit ausgeworfen. Der Samen keimte gut, es folgten leider trockene Wochen. Kurz entschlossen pumpte ich in verschließbare Gefäße Grundwasser und versorgte die jungen Pflänzchen punktuell. Vom 500 Meter entfernten Teich holte ich weiteres Wasser. Leider gab es im Meliorationsgraben keinen "Zutritt" bzw. nur ganz wenig Wasser.
Die ursprünglichen Wildpflanzen wuchsen so schnell nach, dass ich einige von ihnen immer wieder entfernen musste, damit sich die gewünschten Blühpflanzen besser entwickeln konnten. Der NABU-Regionalverband Senftenberg unterstützte die Aktion, indem er eine Infotafel herstellte und an der Fläche für vorbeikommende Besucher aufstellte. Leider kam es dennoch vor, dass Sonnenblumen und andere Blütenpflanzen für persönliche Belange abgerissen wurden.
Viel Aufklärungsarbeit war nötig, fast täglich war ich vor Ort. Auch musste ich mir sagen lassen, wie verrückt ich sei – oft erhielt ich aber auch Anerkennung. Viel Freude bereiteten mir aber immer die vielen flatternden Besucher, die den Blühstreifen während der gesamten Vegetationsperionde heimsuchten. 

Monika Nitzsche

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