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Ausgabe 2/2016

Engagement für Krustentiere

Ausgezeichneter Nachwuchs für den Artenschutz

Es gibt ihn durchaus, Brandenburgs Naturschutznachwuchs. Wozu die jungen Naturschützerinnen und Naturschützer bereits in der Lage sind, zeigt zum Beispiel der Nachwuchspreis, den die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg alle zwei Jahre verleiht. Aufgerufen, sich vor der Haustür auf die Suche nach der Vielfalt der Natur zu begeben, einen Lebensraum genau unter die Lupe zu nehmen und das Leben darin zu entdecken und zu erforschen, traten äußerst bemerkenswerte Leistungen und ein großartiges Engagement für Brandenburgs Natur zutage.

So wie zum Beispiel bei der Abiturientin Marthe Stein, in diesem Jahr eine der beiden Preisträ-ger. Schalentiere haben es dem Teenager aus Temmen-Ringenwalde in der Uckermark ange-tan – und zwar nicht im Topf und auf dem Teller, sondern in deren natürlicher Umgebung. Seit Februar vergangenen Jahres engagiert sich die Sechszehnjährige in einem Artenschutzprojekt der NABU Regionalverbände Templin und Prenzlau. Deren Ziel ist es, die Bestände des Edel-krebses (Astacus astacus) im Naturpark Uckermärkische Seen und im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zu erhalten und zu vergrößern.
Noch vor rund 150 Jahren bildete der Europäische Flusskrebs, wie der Edelkrebs auch heißt, die Haupterwerbsgrundlage vieler Fischer hierzulande und wurde als Nahrungsmittel tonnen-weise quer durch Mitteleuropa transportiert. Heutzutage ist er vom Aussterben bedroht. Der heimische Edelkrebs ist vor allem durch die Krebspest bedroht. Die Krankheit wird von resisten-ten, nicht heimischen Krebsarten übertragen. Eine dieser Arten ist der Kamberkrebs (Ornectes Limosus), eine aus Nordamerika importierte Spezies. Im Landkreis Uckermark fiel im Frühjahr 2015 eine von insgesamt zwei Edelkrebspopulationen der Krebspest zum Opfer: Sämtliche rund 20.000 Tiere, die bis dahin den Krummen See bei Wichmannsdorf bevölkert hatten, gingen an dem Erreger zugrunde.
Selbstständig und mit viel Elan plante und setzte Marthe Stein Maßnahmen um, um den Le-bensraum des Edelkrebses zu erforschen und zu erhalten. Sie stand zur Gewässerkartierung auf schaukelnden Booten und organisierte Fangaktionen mit Reusen, um die Bestandsdichte des heimischen Krebses zu dokumentieren. Dabei verstand sie es auch, andere für ihr Projekt und ihr Schutzanliegen zu begeistern.
In Deutschland gibt es aktuell nur sehr wenige Schutz- und Wiederansiedlungsprojekte für den Edelkrebs. Dementsprechend wenige Veröffentlichungen finden sich zu dem Thema. So leistet Marthe Stein auch einen Beitrag zur Forschung – als Nachwuchs-Artenschützerin und junge Bürgerwissenschaftlerin.


Marc Thiele
Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

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