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Ausgabe 1/2018

Der Grasfrosch

Der Bergsteiger unter den einheimischen Fröschen ist der Froschlurch des Jahres 2018

Von unseren einheimischen Froschlurchen ist der Grasfrosch (Rana temporaria) einer der unauffälligsten. Nur kurze Zeit verweilt er im Frühjahr im Gewässer, um dort seine Laichballen, welche bis zu 4.500Eier enthalten können, abzulegen. Anschließend begibt er sich in seinen Sommerlebensraum.

Während der Sommermonate lebt der Grasfrosch in lichten Laub- und Mischwäldern sowie in extensiv bewirtschafteten Wiesen oder naturnahen Gärtenn und Parkanlagen. Dort versteckt er sich gerne in der feuchten Kraut- oder Grasvegetation. Eine klassische Überwinterungsphase kennt der Grasfrosch nicht. Obwohl er die Wintermonate vorwiegend in Gewässern oder an Land in Höhlen, Spalten oder zugänglichen Kellern verbringt, kann er bei Temperaturen oberhalb von 4 °C auch aktiv werden.
Der an seiner Oberseite meist bräunlich bis olivgrün gefärbte Frosch weist neben seinen dunklen Rückenflecken bäuchlings eine weißgelbliche Färbung mit grauen oder rötlichen Abstufungen auf. Seine Augen haben eine querovale Pupille mit goldgelber Iris. Mit diesem Äußeren sieht der Grasfrosch seinem Braunfroschkollegen – dem Moorfrosch – zum Verwechseln ähnlich. Jener hat jedoch eine spitze Schnauze, der Grasfrosch eine eher kurze und stumpfe. Und noch ein Unterschied: Moorfroschmännchen zeigen während der Paarungszeit eine typische, leuchtend blaue Rückenfärbung. Grasfroschmännchen verändern ihre Färbung hingegen nicht. Wenn es um die Verbreitung der beiden Arten geht, hat jedoch eindeutig der Grasfrosch die Nase vorn: Während der Moorfrosch in Deutschland vor allem im Norden und Osten vorkommt, besiedelt der Grasfrosch auch den Süden und kommt dort sogar bis in Höhen von 2.000 Meter vor – in solchen Höhen lebt sonst kein anderer einheimischer Froschlurch. Vielleicht war das mit ein Grund, warum der Grasfrosch zum Froschlurch des Jahres 2018 gekürt wurde?
Auf dem Speiseplan des Grasfroschs stehen Käfer, Spinnen, Schnecken sowie andere Kleintiere. Als Kaulquappe frisst er vor allem Algen, aber auch kleine Tiere, beispielsweise Urtierchen. Andererseits dient auch der Grasfrosch als Nahrung. Als Kaulquappe wird er u. a. von räuberischen Wasserinsekten verspeist, als Frosch stellen ihm viele Vogelarten, Schlangen oder Säugetiere nach. Neben diesen Prädatoren ist der Grasfrosch durch intensive Landwirtschaft, Straßenverkehr und die Zerstörung seiner Lebensräume gefährdet.

Tino Siedler


Beobachtungstipp

Im Frühjahr (März/April) lässt sich der Grasfrosch relativ leicht in seinen Laichgewässern beobachten. Aktiv ist er dort vor allem während der Dämmerung und in der Nacht. In seinen Landlebensräumen (z. B.Wiesen oder begraste Böschungen) ist es etwas schwieriger, ihn zu finden. Am besten gelingt es dort früh am Morgen, wenn das Gras noch feucht ist. Mit Gummistiefeln und Taschenlampe ausgestattet, lässt sich der Froschlurch des Jahres 2018 aber insgesamt gut beobachten.

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